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Selbsthilfegruppe für Menschen in TrauerSo unterschiedlich wie die Menschen, die sich jeweils am zweiten und am vierten Freitag im Monat nachmittags im Diakonischen Werk in Alzey treffen, sind auch die Schicksale, von denen sie berichten. In einem Punkt aber teilen alle das gleiche Los: Ihnen sind Menschen genommen worden, die Ihnen wichtig waren. Der Tod hat Ehe- und Lebenspartner, Kinder oder Eltern genommen. Und ein weiteres Element eint: Alle berichten von der Einsamkeit, die vor allem an den Wochenenden um sich greift, wenn die Ablenkung des Alltags nachläßt. Wenn andere mit ihren Partnern oder Familien die freie Zeit genießen, wird der selbst erlittene Verlust nochmals umso deutlicher. Trauer, so die Erfahrung der Betroffenen, läßt sich nur schwer auf andere Schultern verteilen. Meist bleibt man allein mit seinem Schmerz, vor allem, wenn die erste Zeit vorbei ist und Verwandte und Bekannte ihren Beistand nach und nach zurücknehmen, weil sie sich wieder ihrem eigenen Alltag stellen müssen. Aufmunterungsrezepte ersetzen das Mitgefühl, sind aber gerade nicht das, wonach man sich sehnt. Schwermut zu spüren scheint verboten zu sein und man beginnt, sich ihrer zu schämen. Wer sich schämt, zieht sich weiter von der Welt zurück, isoliert sich vom Leben und wird meist noch schwermütiger. Diesen Kreislauf wollte Lieselotte Michel durchbrechen und dabei nicht nur für sich sondern auch für andere eine Möglichkeit schaffen, mit der Trauer und trotz der Trauer neu zu leben. Nach Besuchen von Trauergruppen in Mainz und in Bingen nahm der Gedanke, etwas ähnliches auch hier in unserer Region zu gründen, Gestalt an. Das Diakonische Werk war bereit, seine Räume zur Verfügung zu stellen und bei der Organisation zu helfen. Überraschend war die rege Teilnahme an der Gründungsversammlung der neuen Selbsthilfegruppe. Die gute Nachfrage hält auch heute noch an, trotz der inzwischen weiter gewachsenen Möglichkeiten in unserer Region. “Sonnenblume - trotz Trauer leben”, diesen Namen hat sich die Gruppe gegeben, weil hier nichts ausgeschlossen wird. Die Trauer ist ausdrücklich zugelassen, auch wenn die Spur zurück ins Leben führen soll. Jeden zweiten und jeden vierten Freitag im Monat sind die Treffen ab 16:00 Uhr (in den Wintermonaten ab 15:00 Uhr) im Diakonischen Werk in der Schloßgasse 14 (Stadtweingut). Wer sich für die Gruppentreffen interessiert, ist herzlich eingeladen. 0110
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